Startseite
  Über...
  Archiv
  social Network
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/fraeuleinpusteblume

Gratis bloggen bei
myblog.de





Reitunterricht

Hallo ihr Lieben!

Letztens habe ich mir eine Schulstunde angeschaut, die mich zum Grübeln gebracht hat. Mir ist natürlich bewusst, dass ich wegen dieser einen Stunde nicht alle Schulstunden und Reitvereine schlecht reden kann und das möchte ich auch gar nicht. Ich selber bin mit 7 in diesem Verein geritten, allerdings nur 2 Jahre, danach hatte ich eine Reitbeteiligung an einem Privatstall und habe dort weiter Unterricht genommen. Bevor ich in den Verein gegangen bin, bin ich schon 2 Jahre an einem anderen Schulstall geritten.

Der Grund dafür war, dass ich damals das Gefühl hatte nicht weiter zu kommen, da ich immer die Pferde abbekommen habe, die sonst niemand reiten wollte, weil sie gebuckelt haben, gerannt sind oder sonst eine unbeliebte Eigenschaft hatten. In der Anfängerstunde, in der ich zuerst war, durften wir nur mit Ausbindern reiten und sind so vor uns hingetrottet. Ab und zu wurde was gesagt, aber der Lerneffekt blieb klein. Recht schnell durfte ich in die Fortgeschrittenen-Gruppe und bin das Pferd meiner Reitlehrerin geritten, weil meine Eltern gesagt haben, dass ich weiterkommen möchte und nicht immer die Pferde reiten will, die sonst keiner haben möchte. Mit dem Pferd meiner Reitlehrerin kam ich gut zurecht und ich habe mich nach und nach durchgesetzt auch ohne Ausbinder reiten zu dürfen und da wir damals nur 4 Leute in der Stunde waren, die alle ca das Gleiche Niveau hatten, war das auch möglich. Natürlich wurde mir nicht immer die volle Aufmerksamkeit geschenkt, aber es war immer gerecht verteilt und jeder hatte sein "festes" Pferd, womit er an den Problemen jede Stunde weiter arbeiten konnte. Zur Ausrüstung kann ich nicht viel sagen, aber wir haben unseren Pferden immer Gamaschen angelegt.

Durch meinen Blog habe ich auch viele junge Mädels in meinem Umkreis kennen gelernt und ich unterhalte mich auch mit vielen und nun war ich eben letztens mal wieder an dem Reitverein um mir eine Stunde anzusehen. Es waren 6 Reiter in der Bahn. Ich bin es vermutlich einfach nicht mehr gewöhnt mit 6 Reitern in einer 20x40m Halle zu sein, aber ich habe es als zu voll empfunden. Der Ablauf war ganz normal. Warmreiten, leichttraben, galoppieren, aussitzen und ganz normal arbeiten. Wer wollte konnte die Bügel überschlagen und kurz vor Ende hat eine Reiterin noch den Sattel abgenommen um ohne zu reiten. Jeder war ein bisschen für sich selbst verantwortlich, was ja nicht schlecht ist, solange jeder in der Lage ist damit umzugehen. Leider war dies nicht der Fall, denn ein paar Reiter saßen noch sehr wackelig auf dem Pferd und wenn dieses sich überlegte einfach mal von der Zirkellinie abzuwenden um seinem Kameraden hinterher zu laufen geriet der Reiter manchmal in Wohnungsnot. Einige waren aber auch wirklich gut und haben das Pferd sicher in allen Gangarten bewegt und sind ihr Ding geritten. Dann wurden Stangen hingelegt, über die getrabt und galoppiert werden durfte und alle waren heiß darauf, was zu enormen Platzproblemen in Stangennähe führte. Es gab keine Reihenfolge, wer drüberwollte ist einfach drauf zu geritten, in der Hoffnung die anderen machen Platz. Kein "Stange frei" wurde gerufen. Einige sind dann nach 1-2x nicht mehr angeritten, andere sind praktisch pausenlos über die Stangen geflitzt. Diverse Male war es ein kleines Wunder, dass die Pferde nicht ineinander gelaufen sind oder es sonst irgendwelche Crashs gab. Kurz vor Ende der Stunde wurde dann ein kleines Cavaletti aufgebaut. Die Abwechslung finde ich wirklich gut und so lernen die Reiter über Stangen zu reiten und schonmal kleine Sprünge zu meistern, aber die Art und Weise fand ich einfach gefährlich. Als der Sprung stand, dachte ich, dass jetzt eine Reihenfolge gemacht wird und alle 1x über das Cavaletti kommen dürfen, aber es durfte nur ein Reiter springen, die anderen durften einfach so weiter reiten. Vom Können her, hätten aber auch einige andere das Cavaletti meistern können. Nun gut. Die Springerin sprang ein ums andere Mal, hat ihr Pferd nach dem Sprung ziemlich direkt rumgeritten, anstatt gerade aus zu reiten. Die anderen sind dennoch manchmal im Weg gewesen und es kam wieder zu Engpässen.

 

Ich sage es hier noch einmal ganz deutlich: Ich glaueb nicht (!), dass dies der Standard der Reitschulen in Deutschland oder hier in der Umgebung ist. Und es gibt bestimmt guten Schulunterricht, wo man etwas lernt und dennoch Spaß hat. Vielleicht bin ich auch einfach verwöhnt, aber auch die Reiter waren nicht alle begeistert von der Stunde. Natürlich gab es auch Reiter, für die die Stunde vollkommen in Ordnung war, aber es gab auch welche, die sehr unzufrieden abgestiegen sind und sich benachteiligt gefühlt haben. Diese Reiter haben, wie ich damals, das Gefühl nicht weiter zu kommen und nichts Neues zu lernen. Ich möchte auf keinen Fall irgendjemanden schlecht reden. Und auch den Unterricht möchte ich nicht pauschal schlecht reden. Aber diese Stunde fand ich für mich einfach nicht gut. 

 

Was ist guter Unterricht? 

Das kommt natürlich auf den Stand des Reiters und des Pferdes an. Ich selber nehme gerne für 30 - 45 min eine Einzelstunde, oder auch mal für 60 min eine Doppelstunde. Je nach dem was gerade das Problem ist und wie intensiv ich Hilfe benötige.

Ich selber gebe am liebsten Einzel- oder Doppelstunden, weil ich da für mich selber mit dem besten Gefühl als Lehrer rausgehen kann. Bei einer Doppelstunde kann ich jedem gerecht werden und die beiden Reiter können auch voneinander profitieren. Es kann Abteilung geübt werden für´s Turnier, aber an manchen Tagen kann ich auch intensiv mit dem einzelnen üben. Wichtig für mich ist auch, dass beide ungefähr den gleichen Stand haben und auch in der Lage sind alleine mit den Pferden die Aufgaben zu meistern. Habe ich das Gefühl das der Reiter noch nicht in der Lage ist selbstständig die Aufgaben zu meistern, biete ich ihm lieber erst eine Einzelstunde an. 

Mir ist klar, dass es keinem Reitverein möglich ist Einzel- oder Doppelstunden anzubieten. Und das erwarte ich auch wirklich nicht. Man kann auch gute Stunden mit mehreren Reitern halten. Wichtig ist nur, dass die Reiter vom Können her zusammen passen, damit jeder das Gefühl hat etwas zu lernen. Natürlich kann man jetzt auch sagen, dass sich die Reiter, die meinen nicht weiter zu kommen, nach einem anderen Stall gucken müssen, oder eben nach einer Reitbeteiligungen gucken müssen oder oder oder. 

 

So...um nun nicht wieder so ein Missverständnis hervor zu rufen, sage ich es noch einmal: Ich rede hier in keinster Weise jeden Unterricht schlecht. Jeder Reitverein tut vermutlich sein bestes und ist wichtig, um junge Menschen ans Pferd zu führen. Natürlich kann es sein, dass ihr mit eurer Gruppenstunde zufrieden seit und euch fragt, wie ich sowas sagen kann. Aber genau so gut kann es sein, dass jemand nicht zufrieden ist und sich durch diesen Beitrag vielleicht verstanden fühlt. Jeder sollte so reiten können, wie es für ihn richtig ist. Reiten muss sich gut anfühlen und Spaß machen. Für den einen ist das richtig und gut und für den anderen eben etwas anderes. Ich bin der Meinung das es für jeden eine Lösung gibt, manchmal muss man nur etwas suchen oder den Mumm haben etwas zu sagen.

4.1.15 20:33
 
Letzte Einträge: Ein erneuter Umzug


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung